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65 Jahre Wankel bei Mazda: Der Motor, der nicht aufgeben wollte

2.10.2026
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Hartmut Adam
2 Minuten

Vom Lizenzvertrag mit NSU bis zum Range Extender im MX-30: Mazda hält seit 1961 am Kreiskolbenmotor fest und hat ihn immer wieder neu erfunden.

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Foto: Mazda

Als Mazda im Juli 1961 ein Lizenzabkommen mit der deutschen NSU Motorenwerke AG unterzeichnete, ging es um mehr als einen neuen Antrieb. Die japanische Regierung plante, die nationale Autoindustrie neu zu ordnen, und die Eigenständigkeit des Herstellers stand auf dem Spiel. Der Kreiskolbenmotor sollte Mazda ein Alleinstellungsmerkmal verschaffen. Schon im November 1961 testete das Unternehmen den ersten selbst entwickelten Motor.

Einfaches Prinzip, schwere Geburt

Die Faszination des von Felix Wankel und NSU konstruierten Triebwerks liegt in seiner Einfachheit: Es kommt ohne Hubkolben und Zylinder aus, rotierende Scheiben übernehmen deren Arbeit. Das Ergebnis sind große Laufruhe, geringes Gewicht und kompakte Bauweise. Doch der Weg zur Serie war lang, denn der Einscheibenmotor nach NSU-Lizenz erwies sich als nicht serienreif. Kurzlebige Dichtleisten, Vibrationen, zu wenig Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen und die berüchtigten „Kratzspuren des Teufels“, also Rattermarken im Rotorgehäuse, brachten das Projekt fast zum Scheitern.

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© Foto: Mazda

Die Ingenieure der 1963 gegründeten „Mazda Rotary Engine Research Division“ lösten die Probleme nach und nach: mit einer Hartchrom-Beschichtung, neuen Dichtleisten aus Aluminium und Karbon und dem Wechsel auf zwei Scheiben. Während viele Konkurrenten kapitulierten, hielt Mazda durch.

Von Cosmo Sport bis Le Mans

Im Mai 1967 feierte der Mazda Cosmo Sport 110 S Weltpremiere, als erstes Serienfahrzeug mit Zweischeiben-Kreiskolbenmotor und drei Monate vor dem NSU Ro 80. Beim 84-Stunden-Marathon de la Route 1968 auf dem Nürburgring belegte er auf Anhieb Platz vier. 1991 gewann der Mazda 787B mit Vierscheibenmotor das 24-Stunden-Rennen von Le Mans, als erstes japanisches Team überhaupt.

Krisen, Comebacks und neue Ideen

Mehr als zwei Millionen Fahrzeuge mit Kreiskolbenmotor hat Mazda bislang gebaut, rund 35 Modelle folgten dem Cosmo Sport, darunter RX-3, RX-7 und RX-8. Als die Ölkrise 1974 die Verkäufe einbrechen ließ, halbierte das Forschungsprogramm „Phoenix“ den Verbrauch nahezu, und der RX-7 wurde zum Verkaufsrekordler. Der RX-8 mit RENESIS-Motor wurde „International Engine of the Year“. Ab 2006 testete Mazda den Wankel mit Wasserstoff, seit 2023 arbeitet er im MX-30 e-Skyactiv R-EV als Range Extender. Die Studien RX-Vision (2015) und Iconic SP (2023) zeigen, was in Kodo-Design möglich wäre.

Zum Anfassen im Museum

Alle Kreiskolben-Ikonen vom Cosmo Sport über den Parkway Rotary 26 bis zum RX-8 zeigt das Mazda Classic – Automobil Museum Frey in Augsburg. Infos und Öffnungszeiten gibt es unter mazda-classic-frey.de.

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© Foto: Mazda