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75 Jahre Allradantrieb bei Alfa Romeo

25.2.2026
Avatar von Hartmut Adam
Hartmut Adam
10 Minuten

Optimale Traktion für überlegene Fahrleistungen

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  • Der im Jahr 1951 präsentierte Geländewagen 1900 M begründete die 4x4-Tradition bei Alfa Romeo.
  • Heute sorgt Vierradantrieb in allen Baureihen von Alfa Romeo für ein sicheres und sportliches Fahrerlebnis.
  • Die Technologie AlfaTM Q4 garantiert bei den leistungsstarken Versionen der Alfa Romeo Modelle Junior, Tonale, Giulia und Stelvio die optimale Traktion.
  • Je nach Modell arbeitet das Q4-System mechanisch oder in einer Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor.
  • Mit einem Anteil von 26 Prozent an den weltweiten Verkäufen im Jahr 2025 ist der Allradantrieb ein wichtiger Baustein der Strategie von Alfa Romeo.
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Rüsselsheim, 11. März 2026 – Für Alfa Romeo steht der Allradantrieb für maximale Sportlichkeit und beste Traktion, selbst unter anspruchsvollsten Haftungsbedingungen. Gleichzeitig gewährleistet die heute AlfaTM Q4 genannte Technologie die dynamische Präzision, die zu den Merkmalen jedes Modells der italienischen Traditionsmarke zählt. Allrad kommt in allen Modellen von Alfa Romeo in zwei unterschiedlichen Varianten zum Einsatz: Als ausschließlich mechanisch arbeitendes System bei der Hochleistungslimousine Giulia und beim Premium-SUV Stelvio. Bei bestimmten elektrifizierten Versionen von Alfa Romeo Junior und Alfa Romeo Tonale wird der Q4-Antrieb mithilfe eines Elektromotors an der Hinterachse realisiert.

Der Vierradantrieb hat bei Alfa Romeo eine lange Tradition. Bereits in den 1920er Jahren experimentierten die Ingenieure bei Prototypen mit dieser Technologie. Das erste Serienfahrzeug von Alfa Romeo mit Allradantrieb war der Geländewagen 1900 M, der vor genau 75 Jahren präsentiert wurde. Aufgrund seiner beeindruckenden Fähigkeiten erhielt er den Spitznamen „Matta” (Verrückter). In den 1980er Jahren rückte diese Technologie auch bei Pkw in den Fokus. Ab 1984 setzte der Alfa Romeo 33 4x4 auf Allradantrieb. Zunächst im Kombi, dann auch in der Limousine, übertrug eine elektromagnetische Kupplung die Antriebskraft auch auf die Hinterräder.

Das Jahr 1991 stellte für Alfa Romeo einen Wendepunkt für diese Technologie dar. Das Konzeptfahrzeug Protéo verfügte erstmals über permanenten 4x4-Antrieb mit moderner Visco-Kupplung. Praktisch zeitgleich führte Alfa Romeo dieses System im Serienmodell 33 Permanent 4 ein. Ab 1992 trugen alle Allradversionen von Alfa Romeo den Namenszusatz Q4, zunächst in den Baureihen 33, 155 und 164.

Die Leistungsfähigkeit dieser Technologie bewies Alfa Romeo auch im Motorsport. Rennwagen auf Basis des Alfa Romeo 155 Q4 gewannen 1992 die italienische Superturismo-Meisterschaft und 1993 die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft DTM.

In den folgenden Jahren wurde die Technologie weiterentwickelt und ausgebaut. Beim Alfa Romeo 156 entstand daraus die spezielle Modellversion Crosswagon, während bei den Baureihen 159 und Brera der Allradantrieb für die gesamte Palette verfügbar war. Zum ersten Mal bot Alfa Romeo außerdem das Cabriolet-Modell Spider mit Allradantrieb an.

Im Zuge der Elektrifizierung steht AlfaTM Q4 bei Alfa Romeo heute auch für eine neue technologische Generation. Bei den Hybrid-Versionen Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 [Kraftstoffverbrauch: 5,4 l/100 km; CO-Emissionen 119–121 g/km; CO-Klasse: D*] und Alfa Romeo Tonale Ibrida Plug-in Q4 [Energieverbrauch (gewichtet): 12,7-12,3 kWh Strom/100 km plus 3,7-3,4 l Benzin/100 km; CO-Emission 83-77 g/km; CO-Klasse: B*] überträgt ein Verbrennungsmotor seine Leistung auf die Vorderachse, während die Hinterachse elektrisch angetrieben wird. Da beide Achsen nicht mechanisch miteinander verbunden sind, spricht das 4x4-System schneller an und das Gewicht wird reduziert.

Alfa Romeo Giulia und Alfa Romeo Stelvio setzen auf mechanischen Vierradantrieb. Ihr Q4-System verfügt über ein Active Transfer Case (ATC), das beide Achsen verbindet und das Motordrehmoment in Echtzeit verteilt. Unter normalen Straßenbedingungen überwiegt der Hinterradantrieb, was für eine hohe Präzision beim Einlenken sorgt. Bei Bedarf wird das Motordrehmoment progressiv und stufenlos an die Vorderachse übertragen. Diese Auslegung sorgt für überlegene Traktion sowie hohe Fahrstabilität und Kontrolle. Die Technologie AlfaTM Q4 setzt in den Segmenten von Alfa Romeo Giulia und Alfa Romeo Stelvio Maßstäbe bei der Fahrdynamik.

Das Q4-System von Alfa Romeo garantiert maximale Traktion ohne Einbußen bei der Sportlichkeit, ein neutrales und kontrollierbares Fahrverhalten sowie Sicherheit unter allen Straßenbedingungen. Die Wertschätzung des Allradantriebs durch die Kundinnen und Kunden zeigt sich deutlich in den Verkaufszahlen: Im Jahr 2025 machten die Q4-Versionen weltweit einen Anteil von 26 Prozent am Modellmix aus. Deutlich höhere Zahlen registrierte Alfa Romeo bei den Modellen Stelvio (90 %) und Giulia (52 %). Beim Alfa Romeo Tonale betrug der Anteil der 4x4-Versionen 28 Prozent, der Alfa Romeo Junior kam auf 6 Prozent.

Für Alfa Romeo war der Allradantrieb nie nur eine beliebige Technologie, sondern immer ein wichtiger Bestandteil bei der Realisierung von größtmöglichem Fahrvergnügen. Die Modelle mit Q4-Antrieb erfreuen sich hoher Beliebtheit besonders bei Personen, die Wintersport betreiben oder in ihrem Alltag mit Straßen mit geringer Bodenhaftung und anspruchsvollen Wetterbedingungen konfrontiert werden.

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Die aktuellen Alfa Romeo Modelle mit Allradantrieb

Der Alfa Romeo Junior Ibrida Q4

Der Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 verfügt über eine Systemleistung von 107 kW (145 PS). Diese setzt sich zusammen aus einem Turbobenziner mit variabler Turbo-Geometrie, der aus 1,2 Litern Hubraum 100 kW (136 PS) produziert, sowie aus einem 48-Volt-Hybrid-System mit zwei Elektromotoren, die jeweils 21 kW leisten. Der vordere Elektromotor ist in das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe integriert und treibt zusammen mit dem Turbobenziner die Vorderachse an. Das zweite Elektroaggregat an der Hinterachse arbeitet unabhängig und ohne mechanische Verbindung zur Antriebseinheit der Vorderachse. Zusätzlich ist der hintere Elektromotor mit einem Untersetzungsgetriebe ausgestattet.

Der Antrieb des Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 ermöglicht eine variable und damit optimale Verteilung des Drehmoments auf die vier Räder. Resultat ist eine hervorragende Traktion unter allen Fahrbahnbedingungen. Gleichzeitig reduziert das System das sogenannte Untersteuern: Der Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 schiebt in schnell gefahrenen Kurven weniger über die Vorderräder, sondern folgt präzise den Bewegungen des Lenkrads. Die spezielle Steuerung der Stromerzeugung (Power Looping) sorgt darüber hinaus dafür, dass der Vierradantrieb auch bei entladener Batterie immer verfügbar ist. In diesem Fall erzeugt der vordere Elektromotor als Generator die für den Betrieb des hinteren Elektromotors benötigte Energie.

Der Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 ist serienmäßig mit der Fahrdynamikregelung AlfaTM D.N.A. ausgestattet. Diese bietet vier Modi. DYNAMIC garantiert ein besonders sportliches Fahrerlebnis mit maximaler Leistung mit Nutzung des Allradantriebs im Boost-Modus bis 40 km/h. NATURAL ist ideal für entspannte Fahrten im Alltag. Im Geschwindigkeitsbereich von 0 bis 90 km/h schaltet sich der Allradantrieb bei Bedarf automatisch zu.

ADVANCED EFFICIENCY optimiert den Kraftstoffverbrauch, indem die Leistungsentfaltung der Motoren und das Ansprechverhalten des Fahrpedals entsprechend eingestellt werden. Die Zuschaltung des Allradantriebs erfolgt hier analog dem NATURAL-Modus bei Bedarf automatisch im Bereich von 0 bis 90 km/h. Q4 steuert den Antrieb mit dem Ziel optimaler Traktion. Dieser Modus empfiehlt sich für Fahrbahnbeläge mit geringer Haftung. Bis 30 km/h arbeitet der Allradantrieb permanent; darüber hinaus erfolgt bis 90 km/h eine automatische Zuschaltung bei Bedarf. Dabei wird ein optimales Gleichgewicht zwischen Leistung und Effizienz erzielt.

Durch diese Architektur realisiert der Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 einen niedrigen Kraftstoffverbrauch und geringe Emissionen. Dabei sind stets höchste Sicherheit und Kontrolle gewährleistet.

Alfa Romeo Tonale Ibrida Plug-In Q4

Das fortschrittliche Hybridsystem des Alfa Romeo Tonale Ibrida Plug-In Q4 kombiniert einen Turbobenziner mit einem Elektromotor. Der Vierzylinder-Verbrenner mit MultiAir-Ventilsteuerung produziert aus einem Hubraum von 1,3 Litern eine Leistung von 110 kW (150 PS). Er ist mit einem Sechsgang-Automatikgetriebe gekoppelt und treibt die Vorderachse an. Der Elektromotor an der Hinterachse leistet 90 kW (entsprechend 122 PS) und ein maximales Drehmoment von 250 Newtonmetern. Die Systemleistung beträgt 197 kW (268 PS).

Der serienmäßige elektrifizierte Allradantrieb (e4WD) kommt ohne mechanische Verbindung zwischen den beiden Achsen aus. Während der Verbrenner seine Kraft mittels eines Sechsgang-Automatikgetriebes auf die Vorderachse überträgt, treibt der Elektromotor die Hinterachse an. Die Antriebssysteme werden elektronisch koordiniert, sodass Stabilität, Traktion und ein besonders effektives Handling auch auf rutschigen Oberflächen gewährleistet sind. Die Übergänge zwischen reinem Verbrennerbetrieb und Unterstützung durch den Elektromotor sind kaum noch wahrnehmbar, was sich positiv auf den Komfort auswirkt.

Um die spezifischen Eigenschaften des Alfa Romeo Tonale Ibrida Plug-In Q4 zu berücksichtigen und dessen Effizienz und Leistung zu optimieren, wurde die Fahrdynamikregelung AlfaTM D.N.A. hinsichtlich der speziellen Antriebstechnologie überarbeitet. Je nach Stellung des Reglers werden das Ansprechverhalten des Allradantriebs, der Motoren, des Getriebes und der elektronischen Fahrerassistenzsysteme anhand voreingestellter Parameter automatisch kalibriert. Dadurch wird eine Ablenkung vom Straßenverkehr vermieden, die durch eine manuelle Verwaltung einzelner Menüpunkte verursacht werden würde.

Im Modus ADVANCED EFFICIENCY ist der Alfa Romeo Tonale Plug-In Hybrid Q4 auf maximale Energieeffizienz programmiert. ADVANCED EFFICIENCY stellt außerdem zwei zusätzliche Funktionen zur Verfügung. Beim sogenannten Segeln wird der Antrieb komplett entkoppelt, wenn das Fahrpedal losgelassen wird, um das Fahrzeug mit geringerem Widerstand weiter rollen zu lassen. Bei Bergab-Fahrt kann mit einem leichten Druck auf Fahr- oder Bremspedal die elektronische Bergabfahr-Hilfe (eCoasting Descent Control) aktiviert werden.

Der Modus DYNAMIC schöpft die Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs voll aus und stimmt gleichzeitig die Lenkung besonders direkt ab. Im Modus NATURAL wird der Allradantrieb aktiviert. Das Zusammenspiel von Verbrenner und Elektromotor wird automatisch gesteuert, wobei der Fokus auf Energie- und Kraftstoffeinsparungen ohne Leistungseinbußen liegt.

Neben der Realisierung des Allradantriebs unter allen Bedingungen bietet der Alfa Romeo Tonale Plug-In Hybrid Q4 eine in seinem Segment beispiellose Leistung: Der kompakte Premium-SUV beschleunigt aus dem Stand auf 100 km/h in 6,6 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h.

Alfa Romeo Giulia und Alfa Romeo Stelvio mit Q4-Technologie

Das variable Allradantriebssystem AlfaTM Q4, das in den Modellen Giulia und Stelvio zum Einsatz kommt, ist eine der charakteristischsten Technologien von Alfa Romeo. Diese Variante wurde entwickelt, um unter allen Straßenbedingungen maximale Kontrolle zu bieten, ohne den für den Hinterradantrieb typischen Fahrspaß zu beeinträchtigen. Der Q4-Antrieb von Alfa Romeo Giulia und Alfa Romeo Stelvio steuert die Drehmomentverteilung in Echtzeit. So werden niedriger Kraftstoffverbrauch, gute Reaktionsfähigkeit und die dynamische Charakteristik des Hinterradantriebs mit hoher Leistung und Sicherheit kombiniert.

Für die Alfa Romeo Giulia steht die Q4-Technologie in Kombination mit einem 232 kW (280 PS) starken 2,0-Liter-Turbobenziner sowie einem 2,2-Liter-Turbodiesel zur Verfügung, der 154 kW (210 PS) leistet [Kraftstoffverbrauch: 5,4-5,8 l/100 km; CO2-Emissionen 141-152 g/km; CO2-Klasse: E]. Identische Antriebskonstellationen bietet auch der Alfa Romeo Stelvio [Kraftstoffverbrauch Alfa Romeo Stelvio 2.2 Diesel 16V: 6,0-6,6 l/100 km; CO2-Emissionen 157-173 g/km; CO2-Klasse: F]. Ausschließlich mit Q4-Antrieb wird das Topmodell Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio gefertigt, dessen V6-Biturbo-Benziner 382 kW (520 PS) produziert [Kraftstoffverbrauch: 11,8 l/100 km; CO2-Emissionen 267 g/km; CO2-Klasse: G].

Der Allradantrieb AlfaTM Q4 von Alfa Romeo Giulia und Alfa Romeo Stelvio garantiert beeindruckende Dynamik und präzises Handling in jeder Fahrsituation. Das technologische Herzstück des Systems ist das kompakte Active Transfer Case (ATC). Es wiegt nur rund 60 kg und ist mit einer elektronisch gesteuerten, aktiven Kupplung ausgestattet. Auch das Vorderachsdifferenzial ist für hohe Drehmomente ausgelegt. Das Zusammenspiel beider Komponenten sorgt für eine konstante Kontrolle der Fahrdynamik. Dabei werden Parameter wie Radgeschwindigkeit, Quer- und Längsbeschleunigung, Lenkwinkel und Gaspedalstellung überwacht.

Abhängig von Fahrzustand und Haftungsniveau jedes einzelnen Reifens verteilt das System das Motordrehmoment zwischen Vorder- und Hinterachse. Unter normalen Verhältnissen wird die Kraft über die serienmäßig aus dem Hightech-Material Kohlefaser gefertigte Kardanwelle komplett zur Hinterachse übertragen. Dadurch sinkt der Verbrauch und das Fahrverhalten ist besonders agil und präzise.

Entsteht an den Hinterrädern Schlupf, beispielsweise bei Regen, Schnee oder bei starker Beschleunigung, reagiert die Steuerelektronik innerhalb von Sekundenbruchteilen und leitet bis zu 60 Prozent des Drehmoments zur Vorderachse um. Diese Strategie gewährleistet auch bei schwierigen Straßenverhältnissen hohe Traktion, überlegene Fahrleistungen, unübertroffenen Fahrspaß sowie hohe Sicherheit.

Der integrierte Aktuator sorgt für eine sehr schnelle Anpassung der Drehmomentverteilung an den gewählten Modus der Fahrdynamikregelung AlfaTM D.N.A. Dadurch werden schnellere Reaktionszeiten als bei herkömmlichen Allradantriebssystemen gewährleistet und eine hohe Gesamteffizienz erreicht. Eine besondere Funktion von AlfaTM Q4 ist die Bewältigung von bis zu 2,5 Prozent Schlupf zwischen Vorder- und Hinterachse. Dies verbessert die Traktion, die Richtungsstabilität und die Kurvenpräzision.


* Kombinierte Werte gem. WLTP. Die Werte eines Fahrzeugs hängen nicht nur von der effizienten Ausnutzung des Kraftstoffs durch das Fahrzeug ab, sondern werden auch vom Fahrverhalten und anderen nichttechnischen Faktoren beeinflusst.