Wie Franzosen haben es schon immer verstanden, Autos nicht nur zu bauen, sondern zu inszenieren. Und wenn eine Marke diese Kunst beherrscht, dann DS – jene kleine, feine, selbstbewusste Division im Stellantis-Kosmos, die Luxus nicht als Materialschlacht versteht, sondern als Stil. Jetzt also der DS N°8, das neue elektrische Flaggschiff. Ein Auto, das nicht auf den ersten Blick gefällt, sondern auf den zweiten überzeugt – und auf den dritten verführt. Ein Auto, das nicht jedem gefallen will. Sondern den Richtigen. Ich treffe den DS N°8 in einer französischen Landschaft, die passender kaum sein könnte: Dem Jura-Gebirge, kurvig und charakterstark, zugleich leise und majestätisch. Genau der richtige Platz für ein Auto, das den Anspruch erhebt, die Idee der „Göttin“ ins Elektrozeitalter zu tragen.

Der DS N°8 ist kein schüchterner Typ
Seine Front wirkt wie ein Statement aus Glas und Licht – vertikale Lichtstürze dort, wo man Scheinwerfer vermutet, expressionistische LED-Linien, die vom oberen Kotflügel bis tief in den Stoßfänger reichen, flankiert von zwei hauchdünnen Lichtbändern mit jeweils acht LEDs, die fast wie Mascara wirken, gezogen von einem Couturier.
Und je länger man es anschaut, desto stimmiger wird es. Desto selbstverständlicher. Die Silhouette: Sportlich und elegant zugleich, das Dach fließt in einem sanften Bogen von A- zu C-Säule, während die Fensterlinie leicht nach hinten steigt. Ein Crossover? Ja. Eine Limousine? Auch. Ein bisschen Shooting Brake? Vielleicht.
Beim Einsteigen stelle ich das erste Mal fest, wie sehr DS dieses Auto als Bühne versteht. Stille. Sanfte, samtige Stille. Ein Geräuschkomfort, der sofort zeigt: Hier hat jemand nicht nur über Dämmung nachgedacht, sondern über Atmosphäre. Und dann dieses Interieur: Nappaleder, gebürstetes Aluminium, Alcantara mit Lasergravur – und je nach Edition sogar Elemente, die sonst in Pariser Modeateliers zu Hause sind. Das „Atelier Lognon“ etwa, dessen plissierter Stoff im Presidential-Showcar zum Einsatz kam und Emmanuel Macron am 8. Mai durch Paris chauffierte. Mode und Auto – selten so elegant verbunden. Aber auch die Serienmodelle tragen diese Handschrift, diese französische Form von Understatement, die erst auf den zweiten Blick strahlt. Die Sitze? Ein Gedicht aus Komfort, Seitenhalt, Kühlung, Massage und – als Krönung – Nackenwärmern. DS versteht, dass Luxus nicht protzen muss, sondern verwöhnen soll. Was man dem DS N°8 nicht ansieht: Er ist ein Europäer durch und durch.
• Design: Paris
• Produktion: Melfi, Italien
• Motoren: Trémery, Frankreich
• Batterie: ACC – ein deutsch-französisches Joint Venture
• Leder: nachhaltig gegerbt in Bayern
In einer Zeit, in der viele Elektroautos zwischen Asien, den USA und Europa pendeln, wirkt der DS N°8 fast altmodisch – oder modern, je nach Blickwinkel. Ein Fahrzeug, das den Kontinent repräsentiert, ohne sich dafür feiern zu müssen.
Technisch basiert er auf der Stellantis-Plattform STLA Medium, also derselben Basis wie der Peugeot E-3008, E-5008 und Opel Grandland Electric. Nur fühlt sich der DS N°8 wie ein eigenes Universum an. Unsere Testfahrten durch das Jura-Gebirge beginnen im Longrange-Fronttriebler (97 kWh, Ausstattung „Étoile“).

Die Stille setzt sich fort
Und plötzlich begreift man: Dieser DS ist genau für solche Landschaften gebaut – für französische Straßen, die sich wie Handschriftlinien durch die Hügel ziehen. Die Rekuperation lässt sich in vier Stufen steuern, darunter ein echtes One-Pedal-Drive mit satten 12,5 m/s² Verzögerung. Auf Serpentinen wirkt das fast meditativ: Beschleunigen, lupfen, verzögern, biegen. Ein Rhythmus, der süchtig macht. Die Verbrauchswerte beeindrucken: 17,8 kWh im Fronttriebler bei dynamischer Fahrweise am Berg. 19,1 kWh im Allradmodell. Für ein 4,82-Meter-Luxusmobil mit opulenter Ausstattung ist das bemerkenswert gut. Im Sportmodus wird die Lenkung straff, direkt, europäisch. Im Eco-Modus: Sanfter, gleitender, französischer. Beides passt. Beides wirkt authentisch. Auf der Autobahn beweist der DS N°8 dann, was er wirklich ist: Ein Langstreckenauto. Ein Reisewagen. Ein elektrischer Grand Tourisme.Bei Tempo 120 verspricht DS 500 Kilometer Reichweite – und zum ersten Mal seit Langem fühlt es sich nicht nach Marketing an, sondern nach Realität. Die Pausen bestimmt nicht die Batterie. Sondern der Mensch. Ein kleiner, aber wichtiger Unterschied. Der DS N°8 ist kein Auto für alle.
Er ist auch kein Auto für Menschen, die Elektroautos nur über Datenblätter beurteilen. Er ist ein Auto für Menschen, die wissen, was sie wollen: Stil. Ruhe. Charakter.
Eine elektrische Limousine, die nicht den deutschen Premiumherstellern hinterherläuft, sondern ihren eigenen Weg geht – mutiger, weicher, emotionaler. Er ist ein Auto für Menschen, die verstehen, dass Zukunft nicht kalt sein muss. Sondern warm. Nicht laut. Sondern kunstvoll.

Fazit: Die Göttin lebt – elektrisch, modern, mutig
Mit dem DS N°8 wagt Frankreich etwas, das heute selten geworden ist: Ein Elektro-Flaggschiff, das nicht nach Tesla schielt, nicht nach Deutschland, nicht nach China – sondern konsequent französisch bleibt.Ambitioniert, avantgardistisch, eigenständig. Die neue Göttin ist keine Reinkarnation der alten DS. Sie ist etwas Neues. Etwas eigenes. Etwas, das man verstehen muss – und das man dann liebt. DS N°8: Nicht der lauteste Stromer. Aber vielleicht der stilvollste.
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