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Mercedes CLA Hybrid: Wenn Effizienz Vorrang hat

20.1.2026
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Hartmut Adam
3 Minuten

Am Timmelsjoch zeigt der neue Mercedes CLA Hybrid, wie weit sich ein moderner Mildhybrid treiben lässt. Technisch ambitioniert, im Verbrauch beeindruckend – doch im Antritt gönnt sich der kompakte Stuttgarter eine spürbare Gedenkpause.

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Nach dem elektrischen Befreiungsschlag folgt die Realität des Marktes. Mercedes bringt den CLA nun auch mit Verbrennungsmotor – allerdings nicht als Rückschritt, sondern als technisch anspruchsvollen Mildhybrid. Die Mission: Effizienz auf Elektro-Niveau, ohne Ladezwang. Der Ort für die erste Begegnung könnte passender kaum sein. Hoch oben am Timmelsjoch, wo Kehren, Steigungen und Lastwechsel jeden Antrieb entlarven, zeigt sich schnell, wie gut Theorie und Praxis zusammenfinden.

Optisch bleibt der Hybrid dicht am Elektro-CLA. Klare Linien, coupéhafte Silhouette, der klassische Stern im Grill – Unterschiede erkennt nur, wer genau hinsieht. Unter dem Blech jedoch steckt ein komplett neu entwickeltes Antriebskonzept. Herzstück ist ein 1,5-Liter-Vierzylinder, kombiniert mit einem ins Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe integrierten Elektromotor. Entwickelt wurde das System eigens für diese Plattform – nicht adaptiert, sondern von Grund auf neu gedacht.

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Der Elektromotor steuert bis zu 22 kW bei, rekuperiert in allen acht Gängen und wird von einer sehr aktiv genutzten 48-Volt-Batterie gespeist. Ziel war maximale Effizienz bei minimalem Bauraum und Gewicht. Technisch ist das konsequent – fahrdynamisch jedoch nicht frei von Eigenheiten.

Denn der CLA Hybrid fährt sich nicht durchgehend aus einem Guss. Besonders beim spontanen Beschleunigen aus niedrigen Geschwindigkeiten entsteht ein Moment der Irritation. Der Verbrenner dreht hörbar hoch, während der eigentliche Vortrieb zunächst allein vom Elektromotor kommt. Erst mit leichtem Zeitversatz koppelt sich der Benziner vollständig ein. Ton und Tempo laufen in diesem Augenblick nicht synchron – das Auto klingt schneller, als es tatsächlich beschleunigt. Kein Fehler, sondern Systemlogik. Spürbar bleibt es trotzdem.

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Im gleichmäßigen Fahrbetrieb glättet der CLA diese Übergänge sauber. Auf Landstraße und Autobahn wirkt der Antrieb harmonisch, leise und effizient. Gerade im Stadtverkehr überrascht der Hybrid positiv: Längere Strecken werden segelnd oder kurzzeitig rein elektrisch zurückgelegt, beim Bremsen gewinnt das System bis zu 25 kW zurück. Verbrauchswerte unter vier Litern sind realistisch – ein bemerkenswert niedriger Wert für ein Fahrzeug dieser Klasse und Leistung.

Mercedes bietet den CLA Hybrid in drei Leistungsstufen an: als CLA 180, 200 und 220. Die ausgewogenste Wahl ist der CLA 200 mit 184 PS. Er wirkt deutlich lebendiger als das Basismodell, ohne unnötig fordernd zu sein. Der 220 4matic bietet mehr Leistung und Allradantrieb, geht aber über das hinaus, was der Antrieb im Alltag wirklich ausspielen kann. Lenkung, Fahrwerk und Komfort bewegen sich auf gewohnt hohem Mercedes-Niveau – souverän, präzise, unaufgeregt.

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Innen übernimmt der Hybrid nahezu unverändert die digitale Welt des Elektro-CLA. Der MBUX-Superscreen dominiert das Cockpit, das neue MB.OS arbeitet schnell, lernfähig und updatefähig. Google-basierte Navigation, sauber abgestimmte Assistenzsysteme und ein hochwertiges Ambiente unterstreichen den technologischen Anspruch. Hier macht der CLA klar, dass er zur neuen Mercedes-Generation gehört.

Preislich liegt der Hybrid dicht am Elektro-Bruder. Der CLA 200 startet bei gut 46.000 Euro, der 220 4matic überschreitet die 54.000-Euro-Marke. Der elektrische CLA ist nur wenige Tausend Euro teurer – und wirkt im Gesamtpaket moderner, direkter und überzeugender.

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Fazit:
Der Mercedes CLA Hybrid ist ein technisch anspruchsvolles Effizienzprojekt mit klarer Zielsetzung. Im Verbrauch setzt er Maßstäbe, im Alltag überzeugt er durch Komfort und Digitalisierung. Doch der Antrieb wirkt nicht immer spontan und emotional schlüssig. Wer maximale Effizienz ohne Ladeinfrastruktur sucht, findet hier eine durchdachte Lösung. Wer das stimmigere Fahrerlebnis will, greift zum Elektro-CLA.