
Es ist früher Morgen in Braunschweig, als wir aufbrechen – mit einem Gefühl zwischen Aufregung und Abenteuerlust. Der Himmel ist blau, der Tank voll, und vor uns steht ein glänzender KNAUS SUN I 900 LX, fast neun Meter lang, fünf Tonnen schwer, 180 PS stark – und für uns Neuland. Denn wir sind absolute Camping-Anfänger. Noch nie haben wir in einem Wohnmobil geschlafen, geschweige denn 2.000 Kilometer damit zurückgelegt. Aber genau das macht den Reiz aus: Unterwegs sein, ohne Plan B, nur mit der Straße, dem Meer und dem Wind als Begleiter.
Schon auf den ersten Kilometern beeindruckt uns, wie leicht sich dieses große Fahrzeug fahren lässt. Der kräftige 2,2-Liter-Multijet-Dieselmotor läuft ruhig, das automatische Getriebe schaltet weich, und trotz seiner Dimensionen liegt der SUNI 900 LX stabil und präzise auf der Straße.

Marsk Camp – Auftakt im Land der Weite
Unsere Reise am ersten Tag führt uns über Hamburg und die deutsch-dänische Grenze kurz vor die Insel Rømø. Unsere erste Nacht werden wir hier verbringen. Das Marsk Camp setzt auf modernen Naturtourismus: Mitten in der weitläufigen Marschlandschaft am dänischen Wattenmeer trifft minimalistisches Design auf entspanntes Outdoor-Feeling. Stylische Glamping-Domes, komfortable Stellplätze und der ikonische Marsk Tower machen den Spot zu einer trendigen Platz für alle, die Natur, Ruhe und zeitgemäßen Komfort in einem Erlebnis suchen.
Als wir ankommen, wirkt der Platz fast leer – ruhig, friedlich, beinahe verlassen. Erst später erfahren wir den Grund: Die meisten Wohnmobile sind tagsüber auf Rømø am Strand, wo man – typisch in Dänemark – mit dem Camper oder Auto direkt ans Meer fahren darf. Erst am Abend kehren die Fahrzeuge zurück, und das Camp erwacht zum Leben. Gleich am nächsten Morgen fahren wir bei strahlendem Sonnenschein zum Strand. Mit einem so schweren Gefährt wie wir es haben, sollte man darauf achten, dass man tunlichst auf dem schon festgefahrenen Teilen des Strandes fährt, damit man sich nicht festfährt. Es sind schon einige Fahrzeuge da, aber es ist Platz für alle da. Irgendwie etwas durcheinander aber doch auch geordnet, stehen Autos neben Wohnmobilen, Wohnwagen oder auch Strandmuscheln.
Hier findet man das, was man als Camper sofort lieben lernt: Ruhe. Kein Zeitdruck, kein Lärm – nur etwas Wind, das Meer und die Weite.

Hvidbjerg Strand Ferienpark –
Luxus, Familien und enge Stellplätze
Von der Marsch geht es ans Meer – zum Hvidbjerg Strand Ferienpark in Blåvand, einem der renommiertesten
Campingresorts Europas. Sechs Sterne, Spa, Erlebnisbad, Restaurants und ein Strand, der gefühlt bis zum Horizont reicht – der Platz bietet alles, was das Camperherz begehrt. Allerdings merkt man schnell: Der Hvidbjerg Strand Ferienpark ist vor allem auf Familien mit Kindern ausgelegt. Entsprechend lebhaft geht es zu – Trampoline, Spielplätze und Kinderlachen prägen das Bild. Wer Ruhe sucht, ist hier eher Gast auf Zeit. Auch die Stellplätze sind vergleichsweise klein. Für unseren fast neun Meter langen Koloss war das Rangieren eine kleine Herausforderung, und der Platz vor unserem Camper fiel enger aus als anderswo. Dadurch bekommt man natürlich von den Nachstellplätzen manchmal mehr mit, als man möchte. Mit rund 70 bis 90 Euro pro Nacht gehört der Platz preislich zum oberen Segment – bietet dafür aber gepflegte Sanitäranlagen und eine Lage direkt am Meer. Wer etwas Trubel liebt, ist hier genau richtig, wer Ruhe sucht, sollte lieber woanders anhalten.

Campingplatz Vesterhav–
klein, ruhig und direkt hinter den Dünen
Ein kurzer Fahrtabschnitt bringt uns nach Camping Vesterhav nahe Harboøre. Ein kleiner, liebevoll geführter Platz mit sehr gepflegtem Ambiente – ideal für alle, die Ruhe und Natur suchen. Hier liegt der Strand direkt hinter den Dünen, nur durch eine schmale Straße getrennt. In wenigen Minuten steht man barfuß im Sand – das Meer so nah, dass man es nachts rauschen hört. Doch der Strand erzählt auch Geschichte: Zwischen Dünengras und Strandhafer liegen die alten deutschen Bunker des Atlantikwalls. Halb im Sand versunken, vom Meer gezeichnet – stille Zeugen einer anderen Zeit. Zwischen 1940 und 1945 errichtete das nationalsozialistische Deutschland entlang der europäischen Atlantikküste ein Verteidigungssystem – den Atlantikwall. Über 7.000 Bunker und Geschützstellungen entstanden entlang der dänischen Westküste. Heute sind sie fester Bestandteil der Landschaft: Mahnmale, Museen oder vom Meer halb verschluckte Relikte, etwa bei Henne Strand, Blåvand oder Thyborøn.
Der Platz selbst verfügt über ausreichende sanitäre Anlagen, die schon etwas älter sind, aber dafür top in Schuss und immer sauber. Es gibt einen kleinen SB Shop und eine Sauna. Wer Ruhe sucht, ist hier genau richtig. Mit dem E-Bike sind es knapp zehn Kilometer nach Thyborøn. Eine charmante kleine Stadt mit Einkaufsmöglichkeiten und einem schönen Hafen.

Tornby Strand Camping – Nordseefeeling pur
Bevor wir Skagen erreichen, legen wir einen Zwischenstopp in Tornby Strand Camping ein – einem charmanten Platz nördlich von Hirtshals, nur wenige Gehminuten vom Meer entfernt. Der Platz liegt eingebettet zwischen Kiefern, Dünen und Heidekraut – typisch für die dänische Nordseeküste. Hier weht der Wind kräftiger, das Meer rauscht lauter, und die Möwen begleiten jedes Frühstück. Der Campingplatz ist großzügig angelegt, ruhig und sehr gepflegt – mit modernen Sanitäranlagen und großzügigen Stellflächen. Uns gefällt besonders die unmittelbare Nähe zum Strand. Nur ein kurzer Spaziergang durch das Dünengras, und man steht mitten in der Nordseelandschaft, wo Wellen ungebremst auf den Sand treffen. Hier erleben wir echtes Nordseefeeling: Barfuß durchs Watt, Wind im Gesicht, Salz auf den Lippen. Abends sitzen wir vor dem Wohnmobil, eingehüllt in Decken, und genießen das leise Tosen der Brandung. Tornby Strand Camping ist weniger spektakulär als die großen Luxusplätze, dafür aber authentisch, ursprünglich und ruhig – und genau das macht seinen Reiz aus.
Am nächsten Morgen führt uns die letzte Etappe Richtung Norden – auf direktem Weg zu einem der magischsten Orte Dänemarks: Skagen.

Skagen – wo sich zwei Meere küssen
Ganz im Norden erreichen wir Skagen, den wohl magischsten Ort Dänemarks. Hier, wo das Land spitz zuläuft und die Nordsee auf die Ostsee trifft, liegt der berühmte Grenen – die nördlichste Spitze des Landes. Dieser Ort ist touristisch stark frequentiert und beliebt. Vom Parkplatz führt ein breiter Sandweg durch Dünen und Heideflächen bis ans Meer. Am Ende trifft man auf ein Schauspiel, das sprachlos macht: Hier stoßen die beiden Meere sichtbar aufeinander – zwei Wellenlinien, die gegeneinander laufen, sich überschneiden, dann wieder voneinander abstoßen. Hier bleiben wir aber nicht über Nacht, sondern fahren weiter in Richtung Skagen und noch ein Stückchen weiter die Ostseeküste entlang.
Unser Stellplatz liegt auf dem Skagen Sydstrand Camping Platz – in der ersten Reihe direkt hinter den Dünen, mit kurzem Weg zum Strand und fantastischem Blick aufs Meer. Der Platz ist ruhig, gepflegt und bietet moderne Sanitäranlagen auf Topniveau. Am Abend genießen wir unseren Sundowner in den Dünen, während die Sonne im Meer versinkt und der Himmel in Gold und Orange leuchtet. Skagen Sydstrand Camping war mit Abstand unser Lieblingsplatz. Auch wenn uns die wilde, naturbelassene Westküste an der Nordsee, mit der Möglichkeit mit unserem Wohnmobil direkt an den Strand zu fahren, sehr gefallen hat, ist hier an der Ostsee unser Stellplatz für uns einmalig. Gleich morgens früh brechen wir auf zu einem Spaziergang am Strand und genießen die Ruhe. Herrlich!

Aarhus – jung, kreativ, lebensfroh
Auf dem Rückweg Richtung Süden machen wir Halt in Aarhus, Dänemarks zweitgrößter Stadt. Nach Tagen in der Natur fühlt sich das Stadtleben frisch und lebendig an. Ohne Probleme bekommen wir einen Parkplatz in der Stadt mit unserem Wohnmobil mit immerhin fast neun Metern Länge. An diesem Wochenende findet das Hans Christian Andersen Festival statt. Die Fußgängerzone verwandelt sich in eine märchenhafte Bühne – voller Figuren, Musik und Licht. Wir sind immer wieder erstaunt, denn selbst im Stadtverkehr bleibt der SUN LX souverän und wendig – Automatik, Traction und ruhiges Fahrverhalten machen das Reisen entspannt. Nach einem tollen Nachmittag in Aarhus geht es weiter Richtung Heimat.

Wentens Home – Hygge zum Abschluss
Wentens Home liegt in Adelvad in Südjütland, nahe der deutsch-dänischen Grenze. Es handelt sich nicht um eine klassische Ferienunterkunft, sondern eher um einen kleinen und persönlichen Campingplatz mit drei Stellplätzen, der von Oliver Wenten betrieben wird. Oliver und seine Frau sind bekannt aus Social Media und Fernsehen. Dieser Ort steht sinnbildlich für ein neues Kapitel nach Jahren des Wohnmobilreisens und wirkt wie ein Rückzugsort in ruhiger, naturnaher Umgebung. Wentens Home verbindet dänische Gelassenheit mit persönlichem Charakter und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Und wer in der Nähe ist, sollte die Chance auf einen Besuch nicht verpassen.

Fazit – Freiheit mit Stil
Für uns als Camping-Neulinge war diese Reise ein Abenteuer – und eine Offenbarung. Dänemark hat uns gezeigt, wie Freiheit klingt: Das Rauschen des Meeres, das Kreischen der Möwen, der Wind um die Nase. Hier lassen wir die Reise Revue passieren – 2.000 Kilometer zwischen Dünen, Design und dänischer Gelassenheit. Der KNAUS SUN LX war mehr als nur ein Fahrzeug: Er war unser Zuhause, unser Rückzugsort, unsere Freiheit auf Rädern. Unser Fazit zusammengefasst:
Skagen Sydstrand Camping – unser Lieblingsplatz! Das KNAUS SUN I 900 LX – unser rollendes Zuhause mit Megakomfort! Dänemark – das perfekte Land, um Camping lieben zu lernen!

www.marskcamp.dk/de
www.campingvesterhav.dk/de
www.hvidbjergstrand.de
www.tornbystrandcamping.dk/de
www.skagensydstrandcamping.com
